Archiv für die Kategorie „Studio Geschichten“

Rotzlöffel in der Umkleide

Sonntag, 5. Februar 2012

Wer kennt sie nicht, die Poser vor dem Herrn, die nur ins Studio gehen, um sich selbstverliebt im Spiegel zu betrachten.

In der Umkleide haben wir nur einen rollbaren Garderobespiegel, und der ist unter den Posern das heißbegehrteste Objekt im Studio, sogar mehr als die hübschen Damen am Tresen.

Nach dem Training hat einer dieser Möchtegern-Bodybuilder, die nur nur Übungen für Bizeps und Brust durchführen, seinen Nasenschleimhäuten unter der Dusche freie Fahrt gewährt, also mal so richtig schön abgerotzt. Ich war schneller mit dem Duschen fertig, also habe ich mich bereits umgezogen. Mein Duschnachbar war gleichzeitig auch mein Spintnachbar. Kaum ist er aus dem Nass, wird erst einmal der Spiegel zurechtgerückt und trocknet sich ab, ohne den Blick auch nur eine Sekunde davon abzuwenden.

Das ging mir auf die Nerven und habe ihn gefragt, ob er denn zu Hause keinen Spiegel hätte. Sofort erhielt ich eine mit bösem Blick gestellte Gegenfrage. “Was hat das damit zu tun?”. Naja, da mir blieb nur eine Wahl! Ich musste ebenfalls mit einer Gegenfrage antworten. “Warum posed du denn die ganze Zeit im Spiegel und merkst nicht einmal, dass du Rotze an deiner Oberlippe kleben hast?”.

Kommentarlos hat er den Nasenschleim mit seinem Handtuch entfernt.

Am Tag danach kam ich ins Studio und er hat das seinen drei Brüdern in einer mir nicht beherrschten Sprache erzählt. Das Wort “Spiegel” gibt es möglicherweise im arabischen oder seinem eigenen Wortschatz nicht. Seitdem ernte ich gelegentlich böse Blicke. Was solls, Bodybuilding ist sowieso ein Individualsport.

Salemaleikum!

Studio Stories

Donnerstag, 19. Januar 2012

Als ich die Fibo 2010 besucht habe, war mir eines klar: So geht das nicht weiter und muss wieder trainieren. Die durchtrainierten Muskelpakete und die hübschen Frauen anzusehen war Anreiz genug.

In meiner Nähe gibt es leider nur ein Studio. Eigentlich hätte ich mich ja schon viel eher anmelden wollen, habe aber gezögert, weil die auf  ihren Flyern mit “garantiert keine Bodybuilder” und “Muskelshirts verboten” geworben haben. Das war für mich eine absolute Abschreckung. Weil ich kein Auto habe und auch nicht stundenlang mit öffentlichen Verkehrsmitteln meine Zeit verschwenden will, habe ich mich dazu entschlossen einfach mal hinzugehen und mir die Bude von Innen anzusehen.

Viele Geräte, großer Kursraum – also das Übliche – und dann letztlich gibt es doch eine kleine, aber ausreichende Ecke für Männer mit Hanteln und Trainingsbänken. Also genau das Richtige für mich, denn ich war noch nie ein Freund des Maschinentrainings. Die Öffnungszeiten sind auch passabel.

Seitdem gebe ich also Gas und trainiere nach dem PITT-Force-Prinzip mit etwa drei Trainingseinheiten pro Woche. Nun reicht mir das nicht mehr aus und trainiere seit drei Wochen täglich. Das will ich zunächst auch erst einmal beibehalten – mit gelegentlichem Ruhetag – je nach Biofeedback.

Man hört immer wieder das eine oder andere Gespräch mit und von einigen lustigen Erlebnissen werde ich demnächst bloggen. Ich freue mich schon jetzt über die Kommentare oder auch von euren Geschichten zu hören.

Die nächste Fibo für 2012 findet Mitte April statt. Vielleicht sieht man sich dort.